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04.09.2010

Inosanto Kali Drucken E-Mail

Kali

 

Inosanto-Kali beinhaltet eine größere Anzahl von Elementen der philippinischen Kampfkünste, die Guro Dan Inosanto im Laufe seines Lebens trainiert und erlernt hat.

Pedro Apilado, Dionisio Canete, Sebastian Inosanto, Angel Cabalas, Regino Illustrisimo, Leo Giron, Ben Largusa, Lucky Lucay Lucay, Floro Villabrille sind nur einige wenige Meister mit denen Dan Inosanto trainierte.

Dan Inosanto entwickelte aus diesen Elementen sehr unterschiedliche dynamische Trainingsmethoden, um schneller an das reale Verständnis für den Kampf zu kommen. Diese Methoden fördern das Verständnis für den Kampf mit oder ohne Waffen und man überträgt die Waffendistanzen auf den waffenlosen Kampf. Aus der waffenlosen Anwendung der philippinischen Künste, entwickelten sich Systeme wie zum Beispiel Dumog ( worin alle Arten von Fegern, Hebeln, Würfe bis hin zum Bodenkampf angewendet werden ), Panantukan ( das philippinische Boxen, welches auch den Einsatz von Unterarmen, Ellenbogen, Kopfstößen, Schultern, Knie, Finger, etc. erlaubt ), Pananjakman/ Sikaran bezeichnet die Kunst der Tritte, um nur einige bekannte Systeme zu nennen. All diese Einzelsysteme sind Bestandteile der zahlreichen Stile innerhalb der philippinischen Kampfkunst und werden, mal mehr oder weniger in den verschiedenen Systemen, zusammen mit den Waffentechniken unterrichtet.

Die Waffentechniken umfassen eine große Bandbreite; den Einzelstock ( Olisi ), Doppelstock ( Sinawalli ), Stock und Messer ( Olisi – Baraw ), Messer ( Baraw ), Langstock ( Sibat ), flexible Waffen ( Tabak Toyok ), Schneid/hieb- und Stichwaffen ( Bolo/Kris ), sowie Wurf –und Schusswaffen ( Pfeil und Bogen/Blasrohr ).

Beim Umgang mit den verschiedenen Waffen sollen deren Eigenheiten erlernt werden und für die eigenen Zwecke und Umstände eingesetzt werden. So erkennt man später, wie und wo man eventuell eine Entwaffnung und/oder Hebel ansetzen kann. Bei dem Spiel mit den Waffen geht auch nicht der Aspekt verloren, waffenlos gegen Waffe. Aber um sich erfolgreich gegen Waffen waffenlos zu verteidigen, muss man erst den Umgang mit Waffen verstehen. Nichtsdestotrotz ist es immer besser in solch einer Situation lieber die Beine in die Hand zu nehmen, das wissen auch die Filipinos. Kali weist eine außergewöhnliche Flexibilität in Waffen und waffenlosen Anwendungen auf. Alles beruht auf der schlichten Erkenntnis, dass während eines Kampfes, unabhängig ob waffenlos oder bewaffnet, bestimmte Winkel eingenommen werden müssen. Kali vermittelt die Fähigkeit aus jedem beliebigen Angriffswinkel heraus zu kontern und präzise Schläge anzubringen, egal mit welchem Gegenstand, egal in was für einer Umgebung man sich befindet. Ein ständiges Fließen zwischen den Kampfdistanzen ( Largo, Medium, Corto ) ist ein weiteres Merkmal dieser Kampfkunst. Diese Flexibilität und Beweglichkeit in all den genannten Elementen, macht Kali so Einzigartig in den Kampfkünsten.

 

 Dan Inosanto mit Baraw     Inosanto mit Olisi-Baraw (Espada y Daga)   Guro Daniel Inosanto

 

Geschichte der philippinischen Kampfkünste

 

Die philippinischen Inseln sind ein Schmelztiegel vieler Völker und Kulturen. Trotz jahrelanger Forschung, wurde nie die Herkunft der multinationalen Gesellschaft zweifellos geklärt. Als früheste nachweisbare Bewohner der Inseln, bleiben die Negritos ( Aeta-Menschen ), ein Pygmäenvolk von Jägern und Sammlern.

Nachweisbare Einflüsse geben noch die Proto Malay, dessen Ursprung noch unklar ist und indonesische Einwanderer. Im 5. Jahrhundert eroberten und kolonisierten die Sri-Vishaya die Philippinen. Sie brachten Gesetze, den Kalender, ein geschriebenes Alphabet und den Gebrauch von Maßen und Gewichten auf die Inseln. Es entstand auf den Zentralphilippinen das Visayanische Volk. Im 15. Jahrhundert wurde das Sri-Visayanische Reich von dem Majapahit Reich, das sich auf Java formte, erobert. Hierdurch kam der moslemische Glaube auf die Philippinen und das Volk wurde als Moros bekannt. Am 18. März 1521, stieß der Entdecker Magellan, auf der Suche nach dringend benötigten Trinkwasser und Lebensmittel, auf die ersten Einheimischen der philippinischen Inseln. Ohne ersichtlichen Grund demonstrierte er die Macht seiner Schiffe und Soldaten und hinterließ bleibenden Eindruck. Die Spanier ließen sich fürstlich bewirten und sammelten Informationen über mögliche Goldvorkommen. Tributforderungen der angesteuerten Hafenstädte schlug Magellan mit Drohgebärden aus, er hatte ja auch nichts an Bord außer Glasperlen und Glöckchen, die Spanier kamen als „Bettler“. Als die Spanier Sugbu erreichten, erfuhr der Häuptling Lapu Lapu auf Mactan von diesem Verhalten, für ihn war dies ein Rechtsbruch, der ihn dazu brachte, schon von vornherein jede Freundschaft mit den Fremden abzulehnen. Am 14. April setzten die Spanier über zur Insel Mactan und brannten das Dorf Bullaia nieder, dessen Häuptling hatte sich ebenfalls gegen die Forderungen der Spanier verweigert. Die Spanier vergewaltigten die Frauen, brandschatzten und öffneten in ihrer Goldgier die Gräber der Einheimischen. Dies war der Augenblick in dem sich die befreundeten philippinischen Häuptlinge von den Spaniern abwendeten und untereinander nach einer Lösung des Problems suchten. Bei heimlichen Treffen wurde beschlossen die Spanier in eine Falle zu locken. Durch falsche Gerüchte und Angaben wiegelte man Magellan gegen den Häuptling Lapu Lapu auf, so dass er sich selbst am 26/27 April um das Problem bemühen wollte. Er brach mit seinen Schiffen und ca. 1000 angeblich verbündeten Kriegern zur Insel Mactan auf. Ein nahes anlegen der Schiffe war wegen der herrschenden Ebbe nicht möglich. Magellan ließ seine Männer mit Musketen, Armbrüsten, Brustpanzern und Helmen ausrüsten und setzte mit 60 Leuten zur Insel über. Man blieb zunächst in den Booten und schickte einen Unterhändler zum Häuptling Lapu Lapu mit der Botschaft, den spanischen König anzuerkennen und Gehorsam zu schwören. Lapu Lapu lehnte eindeutig ab, so waren die Fronten klar. Mit 48 Leuten watete Magellan bei Sonnenaufgang und unter Beschuss seiner Schiffe, die aber zu weit entfernt waren, durch das hüfthohe Wasser an Land. Zum Entsetzen der Spanier sahen sie sich einer Übermacht von ca. 1500 Insulanern gegenüber. Kaum das die Spanier den Boden betraten, eröffneten die Bewohner das Gefecht. Dem Ansturm war nicht standzuhalten und Magellan befahl das naheliegende Dorf in Brand zu stecken. Das schürte nur noch mehr die Angriffslust der Insulaner. Sehr schnell fanden Lapu Lapus Krieger heraus, das sie ihre Pfeile und Lanzen auf die ungeschützten Stellen der spanischen Rüstung richten mussten. Als sie den Anführer der Spanier ( Magellan ) entdeckten, konzentrierte sich ihre Angriffswut auf ihn. Die Spanier flohen Hals über Kopf. Nur 6-8 Mann blieben bei Magellan, der von einem Pfeil am Bein getroffen war. Als ihn eine Lanze am Gesicht verletzte, ging alles sehr schnell, Lapu Lapus Männer umzingelten den Portugiesen und töteten ihn mit ihren Lanzen. Die Überlebenden flohen von der Insel und ließen ihren Kapitän zurück. Lapu Lapu bewahrte so die philippinischen Inseln bis 1565 vor der spanischen Oberherrschaft. Er verstarb im Alter von 80 Jahren im Jahr 1564. Miguel Lopez de Legazpi besiegelte mit seiner Expedition das Schicksal der philippinischen Inseln. Er schoss Sugbu mit seinen Schiffen in Schutt und Asche, so dass die Einwohner aufgaben und flohen. Der Wiederaufbau brachte den Spaniern etwas Symphatie ein. So ließen sich einige Filipinos taufen und begannen Handel mit den Spaniern. Miguel Lopez de Legazpi eroberte Schritt für Schritt, und teilweise in harten Kämpfen, die philippinischen Inseln und vereinte sie zu einem Staatsgebilde. In den nächsten Jahrhunderten gab es unzählige Aufstände der Filipinos gegenüber den Spaniern. Doch sie wurden immer wieder niedergeschlagen. Diese Kämpfe wurden zumeist mit Schwertern, Messern und Stöcken ausgetragen. Darum verboten die Spanier 1764 jegliche Ausübung von Kriegskunst auf den Philippinen. So nutzten die Filipinos ihre Tänze um sich in den Kriegskünsten zu trainieren. Assimilierte Fecht- und Messertechniken wurden in den Tänzen verfeinert, verbessert und trainiert. Und das unter dem Deckmantel Brauchtumspflege und unter den Augen der Spanier, die sich an den schönen Tänzen erfreuten. 1898 lösten die Amerikaner, nach einer Revolte, die Kolonialherrschaft der Spanier ab. Die meisten Völker der Philippinen fügten sich dem Schicksal, nur nicht die moslemischen Moros. Sie hatten schon zu Zeiten der Spanier zum heiligen Krieg gegen das Christentum aufgerufen und waren für ihre fanatischen Amokläufern ( Juramentados genannt ) gefürchtet. Der Guerillakrieg gegen die Moslems war blutig und beide Seiten bekleckerten sich nicht gerade mit Ruhm. Ein dunkles Kapitel sind die Folgenden beiden Ereignisse. Etwa 180 als Frauen verkleidete Guerillakämpfer hatte sich in einer Garnisonskirche Zuflucht gesucht, angeblich wegen der Cholera, sie gaben an zu beten und zu nächtigen. In Kindersärgen verborgen sie unter den Leichen Bolos, Schwerter und Macheten. Am nächsten Morgen, als die Soldaten zum Frühstück gingen, fielen die Guerillas über ihre ahnungslosen Opfer her. Eine andere Begebenheit erzählt den Höhepunkt der Kämpfe, ein amerikanischer General ließ unter Artilleriefeuer tausende Moslems mit ihren Frauen und Kindern hinrichten. Die Moslems stoppten bis auf einige wenige Begebenheiten ihre Überfälle. Als der 2. Weltkrieg ausbrach, wurden die Philippinen von den Japanern besetzt. Viele Filipinos kämpften in den Widerstandsgruppen gegen die Japaner oder gingen zur US-Army. In den Dschungelkämpfen bewehrten sich die Filipinos mit ihren Bolos und der Dreiecksstrategie. Der beste Mann ging voraus, machte den Feind kampfunfähig und ging weiter, den Rest besorgten seine Hintermänner. Sie verbreiteten unter den japanischen Soldaten Angst und Schrecken. Viele dieser Untergrundkämpfer wanderten nach Hawaii oder Kalifornien aus. Bis in die 1970 wurden auf den Philippinen Kämpfe wegen Rivalität, Eifersucht, Ehre noch offiziell ausgetragen. Sie Endeten meist mit dem Tod eines der Gegner. Zwar wurden diese Kämpfe von der Regierung unterbunden, doch in entlegenden Regionen werden diese Kämpfe noch immer ausgetragen. 

 

Inosanto beim Salute Guro Leo Giron und Dan Inosanto Dan Inosanto mit Kris

 

Info: Das Inosanto - Kali Training im Verein Kalistas ist ab 16 Jahren!

 
 Training in Hildesheim
  Montag: 19:00- 21:00 (Systema)
  Dienstag: 19:00- 20:30 (Kali)
  Mittwoch: 18:00- 19:30 (Panantukan)
19:30- 21:30 (Systema)
  Donnerstag: 19:00- 20:30 (JKD)
  Samstag: 14:30- 16:00 (Kali)
16:00- 17:30 (JKD)

 Training in Delligsen
  Montag: 19:30- 21:30 (JKD/Kali)
  Donnerstag: 19:15- 21:15 (JKD/Kali)
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